Die Reise der Göttin geht weiter…

Kamisama erkundet den Wald, nun begleitet von ihrer neuen Dienerin, Neko-chan, immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Schreinstandort.

Auf die kleine Katze wirkt der dunkle Wald nahezu beängstigend. Die Schatten scheinen lebendig, es ist, als lauere schon etwas zischen den Bäumen, als verfolgten einen unzählige Augenpaare im Gebüsch. Der Wind rauscht in den Baumwipfeln, laut wie ein Fluss rascheln die Blätter und Äste knacken, wie von Füßen zertreten.

Nekos Fell sträubt sich und sie schmiegt sich enger an Kamisamas Beine. Der Wald des Nachtens ist ihr schon immer unheimlich gewesen, aber nie hat sie das Gefühl so intensiv wahrgenommen wie jetzt.

„Als ich dich gesehen habe, fühlte ich es gleich, dein Gespür für übernatürliche Wesen“, meldet sich Kamisama zu Wort. Der Klang ihrer Stimme beruhigt die kleine Katze. „Von den Menschen nahezu unbemerkt bevölkern sie die Welt – Dämonen. Ist ein Mensch erfüllt von abgründigen Gefühlen – Abneigung, Hass, Rachsucht – so ergreifen sie Besitz von ihm und verleiten ihn zu schlechten Taten.“

„Sind sie auch gefährlich für uns?“, fragt Mirai ängstlich.

„Sorge dich nicht, meine kleine Neko-chan! Nicht alle Dämonen sind böse. Viele sind harmlos, machen sich lediglich einen Spaß daraus, als Schatten oder Rascheln in den Büschen einsame Wanderer zu erschrecken.

Doch es gibt auch mächtige Dämonen, die sogar nach dem Leben eines Gottes trachten.“

Die Katze erschaudert und Kamisama beugt sich zu ihr herab, um ihr über das glänzende Fell zu streichen.

„Aber in diesem Wald, so nah an einer Menschensiedlung, werden wir keinem solchen begegnen.“

Neko atmet erleichtert aus. „Und wenn“, sagt sie und nimmt all ihren Mut zusammen, „würde ich Euch beschützen!“

„Natürlich“, erwidert die Göttin mit einem liebevollen Lächeln.

Als nur noch der Mond ihnen mit seinem kühlen Licht den Weg erleuchtet und die Schatten den Wald beherrschen, beschließen die beiden, ihr Lager aufzuschlagen. Um die Wesen der Dunkelheit fernzuhalten, errichtet Kamisama eine Barriere. Neko-chan beobachtet fasziniert die Kostprobe der Kraft ihrer Göttin.

Kamisama benutz dabei das Schirmchen, welches sie immer mit sich trägt. Es ist zusammengeklappt und die Spitze zeigt zum Boden, so zieht sie einen Kreis um das Lager. Dann stellt sie sich in die Mitte und schwingt den Schirm mit ausgestrecktem Arm gen Himmel. Mit einem leisen wusch öffnet er sich. Den Schirm und den Blick nach oben gerichtet sieht Kamisama aus, als erwarte sie einen Wolkenbruch.

Bevor Mirai Vermutungen aufstellen kann, was wohl passieren mag, beobachtet sie durch das durchsichtige, vom Mondlicht beschienene Papier des Schirmchens ein Muster, welches wie von Zauberhand gezeichnet, erscheint.

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Die Katze ist gebannt von dem Schauspiel und erst, als die Göttin den Schirm wieder sinken lässt, bemerkt Mirai, dass nun auch auf dem Boden, entlang des Kreises, das Muster abgebildet ist.

Ich hoffe sehr, euch hat die Fortsetzung gefallen!

Eure Kamisama

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